Rückblick auf die Fachtagung 2025
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Keynote und Impulse




Marktplatz

Wissensvermittlung in Schülerlaboren
Dr. Fabian Leiß (experimenta gGmbH)

Wie kann KI die Kunstwelt zugänglich machen?
Steve Holl (KI macht Schule)

Wie lange dauert ein Lichtjahr? Oder wie weit ist ein Lichtjahr?
Stella Kießlinger-Mangold, Clara Marx (experimenta gGmbH)

Wie lange dauert ein Lichtjahr? Oder wie weit ist ein Lichtjahr?
Stella Kießlinger-Mangold, Clara Marx (experimenta gGmbH)

Was zum Quant?! Die Ausstellung zum Quantenjahr 2025
Dr. Ramona Dölling, Maximilian Gallenkamp, Jonathan Koch (Forum Wissen, Universität Göttingen)

Was zum Quant?! Die Ausstellung zum Quantenjahr 2025
Dr. Ramona Dölling, Maximilian Gallenkamp, Jonathan Koch (Forum Wissen, Universität Göttingen)

Warum digitale Vermittlungsformate ständig neu entwickeln?
Prof. Sebastian Oschatz (MESO Digital Interiors GmbH)

Komplexe Sachverhalte in Ausstellungen
Monika Reich, Dr. Robert Fischer (Interactive Science Lab, TU Dresden)

Komplexe Sachverhalte in Ausstellungen
Monika Reich, Dr. Robert Fischer (Interactive Science Lab, TU Dresden)

Die Klimawelt – Komplexe Phänomene kindgerecht aufbereitet
Fiona Bauer, Kathrin Hempel (Forscherfabrik Schorndorf)

Vermittlung komplexer Inhalte mit spielerischen Elementen
Lena Kittel, Nikolai Ingenerf, Hans-Heiner Holtappels (LWL-Museen für Industriekultur)

Förderung von KI-Kompetenz im interaktiven Dialog
Michael Pelzer, David Mayer (RHET AI Center / Universität Tübingen)

Kann man Komplexes zu weit vereinfachen? Und wenn ja, wo ist der Punkt?
Jochen Hunger, Melanie Wittig (Zentrum für Austausch und Machen)

Kann man Komplexes zu weit vereinfachen? Und wenn ja, wo ist der Punkt?
Jochen Hunger, Melanie Wittig (Zentrum für Austausch und Machen)

Claudia Marschall Partizipativer Bereich
Claudia Marschall (experimenta gGmbH)

Beobachte Quanteneffekte mit deinem Smartphone
Jens Noritzsch, Johannes Schlaf (RWTH Aachen)
Workshops






Frank Böttcher
Klimakomplexität begreifen – und handeln!
„Wir Menschen sind es, die Grenzen ziehen. Wir ziehen sie um unsere Grundstücke, um unsere Städte, Gemeinden und Länder. Wetter und Klima kennen all diese Grenzen nicht. Alles, was wir irgendwo in die Atmosphäre hineingeben, hat an irgendeiner anderen Stelle unseres Planeten eine Wirkung. Und deshalb ist es so wichtig, dass wir diese Aufgabe nur gemeinsam lösen können.“ (Frank Böttcher, Inter.Aktion 2025)
Mit einer aufwühlenden Analyse von Satellitenbildern führte der Meteorologe die Teilnehmenden der dritten Inter.Aktions-Tagung hinein in die komplexe Dynamik unseres Klimasystems. Er spannte dabei einen großen thematischen Bogen von der unsichtbaren Ausbreitung industrieller Emissionen bis zu den sichtbaren Spuren schmelzender Gletscher. Dabei wurde deutlich: Der Klimawandel ist kein abstraktes Zukunftsszenario, sondern ein reales, messbares Geschehen – global, menschengemacht und längst im Gange.
Der Vortrag machte klar, dass jeder weitere Anstieg von CO2 das fein austarierte System der Erde aus dem Gleichgewicht bringen – und Prozesse in Gang setzen kann, die sich irgendwann nicht mehr aufhalten lassen. Dazu gehören Extremwetter, steigende Meeresspiegel und zerstörte Infrastrukturen. Dabei sei nicht nur technisches Wissen gefragt, sondern auch psychologisches – denn wir Menschen unterschätzen systematisch langfristige Risiken.
Böttchers zentrale Botschaft: Komplexes muss verständlich werden – in Ausstellungen, in der Wissenschaftskommunikation, in der öffentlichen Debatte. Denn nur so lassen sich Menschen erreichen, Entscheidungen treffen und Strategien entwickeln. Angesichts der gegenwärtigen Entwicklung bleibe zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung kein Entweder-Oder mehr. Es brauche beides – und zwar jetzt.
Interview:
Prof. Dr. Armin Grunwald
Zukunft gestalten statt prophezeien
„Wer sich die Zukunft vorhersagen lässt, hat schon aufgegeben, sie gestalten zu wollen.“ (Prof. Dr. Armin Grunwald, Inter.Aktion 2025)
Der Auftaktimpuls von Prof. Armin Grunwald beleuchtete die Ambivalenz des wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Auf der einen Seite ermögliche er uns enorme Handlungsspielräume, Wohlstand und neue Möglichkeiten. Auf der anderen Seite produziere er unbeabsichtigte Nebenfolgen, Konflikte und ethische Dilemmata. Welche Zukünfte sich durchsetzen, sei dabei selten vorhersehbar. Denn Zukunft sei kein gerader Pfad, sondern ein komplexer, offener Möglichkeitsraum. So manche technologische Vision – so der Transrapid – lande letztlich direkt im Museum.
Grunwald zeigte, dass es keine „eine“ Zukunft gibt, sondern viele denkbare Zukünfte. Diese seien abhängig von Werten, Interessen, gesellschaftlichen Entscheidungen und Zufällen. Weil wir über die Zukunft keine Daten haben, können wir sie nicht exakt prognostizieren. Aber wir können sie aktiv gestalten. Entscheidend sei deshalb, komplexes Denken zu lernen, Alternativen zu erkennen und Verantwortung zu übernehmen. Fatalismus sei keine Option: Zukunft entstehe durch die aktive Gestaltung durch Menschen.
Interview:
Dr. Brigitte Bollmann
Systemdenken als Bildungsauftrag zum Umgang mit Komplexität
„Wenn wir eine Grundbildung im Systemdenken an Schulen hätten, dann hätten wir auch eine Chance, überfachlich miteinander zu sprechen und auf einer gemeinsamen Basis nach neuen Lösungen zu suchen.“ (Dr. Brigitte Bollmann, Inter.Aktion 2025)
Wie können junge Menschen dazu befähigt werden, komplexe Herausforderungen wie den Klimawandel zu begreifen und auf dieser Basis aktiv zu handeln? In ihrem Impuls zur dritten Inter.Aktions-Tagung beschrieb Dr. Brigitte Bollmann, wie systemisches Denken als Schlüsselkompetenz gefördert werden kann. Ihr Verständnis systemischen Denkens verdeutlichte sie eindrücklich am Beispiel der Wiederansiedlung von Wölfen im Yellowstone-Nationalpark und der der dort sichtbaren Wechselwirkungen in einem Ökosystem.
Komplexe Systeme – ob in Natur, Gesellschaft oder Wirtschaft – lassen sich nicht linear erklären. Umso wichtiger sei es, so Bollmann, dass Lernende Werkzeuge an die Hand bekommen, um Zusammenhänge zu erkennen, Perspektiven zu wechseln und mit Unsicherheit konstruktiv umzugehen. Didaktisch wirksam werden solche Kompetenzen durch partizipative Methoden, visuelle Modelle und erfahrungsbasiertes Lernen. Bollmanns Appell: Bildung muss mehr sein als reine Wissensvermittlung. Sie sollte Menschen befähigen, sich in komplexen Zusammenhängen zu orientieren – und die Zukunft aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten.
Interview:
Roland Schwarz
Mit Neugier gegen Wissenschaftsskepsis
„Wir müssen für unsere Arbeit und für den wissenschaftlichen Blick auf unsere Wirklichkeit, auf unsere Gesellschaft und auf die Erde Werbung machen. Weil ansonsten nämlich die, die sagen „Was du mir erklärst, ist nicht wahr“ immer mehr werden.“ (Roland Schwarz, Inter.Aktion 2025)
In seinem Impulsvortrag berichtete Roland Schwarz, Direktor der Technischen Sammlungen Dresden, über die mittlerweile 15-jährige Entwicklung vom Technikmuseum zum Science Center. Ziel sei es gewesen, komplexe Wissenschaft spielerisch zugänglich zu machen sowie Neugier, Selbstwirksamkeit und Vertrauen in Forschung zu fördern. Das Haus setze heute auf Hands-on-Formate, Tüftelräume und ungewöhnliche Ansätze wie einen Escape Room zur Quantenphysik. Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen seien dabei zentral. Damit verbunden sei die Erkenntnis, dass nicht alles exakt erklärt werden kann oder muss. Wichtiger sei, Neugier zu wecken und Freiraum zu lassen. Wenn wir für den wissenschaftlichen Blick auf unsere Welt Werbung machen wollen, dann dürfe und müsse Wissenschaft erst einmal Spaß machen – das ist Schwarz’ stärkste Botschaft.
Interview:
Dr. Brigitte Bollmann
Systemisches Denken in der Praxis: Interaktive Zugänge für den Einstieg
Nach Brigitte Bollmanns Impuls zur Bedeutung systemischen Denkens im Umgang mit Komplexität widmete sich ihr Workshop der Frage, wie sich diese Denkweise aktiv und in konkreten Situationen erlernen lässt. Auf dem Programm standen interaktive Spiele und Gruppenübungen, die unter anderem an den Pädagogischen Hochschulen Zürich und St. Gallen für den Einsatz im Unterricht entwickelt wurden. Durch gemeinsame, oft überraschende, Erfahrungen näherten sich die Teilnehmenden zentralen Konzepten wie positiver und negativer Rückkopplung oder exponentiellem Wachstum und reflektierten das Erlebte im Hinblick auf einige grundlegende Prinzipien systemischen Denkens.
Material:
Balance halten
Mammutspiel
Mittendrin
Papier falten
Quadratur des Kreises
Matthias Müller
Wissensvermittlung unter Druck – Umgang mit Verschwörungserzählungen und Rechtspopulismus
In von Krisen und Ängsten geprägten Zeiten verbreiten sich vermehrt Verschwörungserzählungen und autoritäre Politikvorstellungen haben Konjunktur. Rechtspopulismus und Rechtsextremismus lehnen demokratische Institutionen ab und stellen wissenschaftliche Diskurse und Ergebnisse infrage. Im Workshop näherten wir uns der Frage an, wie wir mit solchen Herausforderungen in unseren Ausstellungen und Veranstaltungen souverän umgehen können. In diesem Zusammenhang stellte sich auch die Frage: Wer ist überhaupt erreichbar, mit wem lässt sich also noch debattieren? Und mit wem vielleicht schon nicht mehr?
Interview:
Bärbel Winkler
Mit Klimaforschungsleugnern diskutieren ohne den Verstand zu verlieren
Populäre Mythen und Irreführungen wie „Die Forschung ist sich über die Ursachen des Klimawandels gar nicht einig“ oder „So heiß war ein Sommer auch schon in meiner Kindheit“ erschweren eine sachliche Kommunikation zum Thema Klimawandel. Der Workshop nahm die gängigsten „Argumente“ sogenannter Klimawandel-Skeptiker unter die Lupe und ging der Frage nach, wie man konstruktiv und wirksam damit umgehen kann. Nach einem kurzen theoretischen Input und dem „Cranky-Uncle-Quiz“ zu typischen Leugnungstechniken analysierten Teilnehmende charakteristische Muster antiwissenschaftlicher Desinformation und brachten persönliche Erfahrungen in die Diskussion ein.
Material:
Linkliste Materialien gegen Falschinformationen
Tipps für Diskussionen im Netz
Philipp Schrögel & Dr. Kathrin Kösters
Wissenschaftskommunikation partizipativ gestalten!?
Das heutige Verständnis von Wissenschaftskommunikation geht über das bloße Informieren der Öffentlichkeit über wissenschaftliche Ergebnisse hinaus. Wissenschaft ist eng mit der Gesellschaft verwoben und lässt sich nicht von gesellschaftlichen, politischen und ethischen Überlegungen trennen. Dies gilt insbesondere für komplexe, vielschichtige Themengebiete. Partizipative Ansätze gestalten diese Schnittstelle und ermöglichen Dialoge und die gemeinsame Schaffung von Wissen. Dabei geht es zum einen darum, eine gemeinsame Ausgangsbasis der wissenschaftlichen Hintergründe und der weiteren Themenaspekte zu schaffen. Zum anderen darum, eine angemessene Form für den Austausch zu gestalten, welche die Komplexität des Themas abbilden kann. Ziel war es, eine gemeinsame Basis zu wissenschaftlichen Hintergründen zu schaffen und Austauschformate zu entwickeln, die der Komplexität der Themen gerecht werden. Der Workshop regte die Teilnehmenden dazu an, über die Gestaltung sinnvoller Interaktionen nachzudenken. Gemeinsam diskutierten sie über Ziele und Formen partizipativer Formate, Besonderheiten in Science Centern und Museen, ihre Anbindung an Forschung und Vermittlung sowie über mögliche Herausforderungen bei der Umsetzung.
Interview Philipp Schrögel:
Julia Debelts
Geht es auch einfacher? Ein Workshop zu Einfacher Sprache in Ausstellungen.
Der Workshop widmete sich einem Thema, das in vielen Museen und Ausstellungen zunehmend an Bedeutung gewinnt: verständliche, gut lesbare Texte. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass Ausstellungstexte häufig zu lang, komplex oder sprachlich schwer zugänglich sind. Die Teilnehmenden erhielten einen Einblick in grundlegende Prinzipien verständlicher Formulierungen und konnten an konkreten Beispielen aus der Praxis erproben, wie Texte klarer, prägnanter und ansprechender gestaltet werden können. Der Ansatz der Einfachen Sprache wurde dabei nicht als inhaltliche Reduktion verstanden, sondern als Möglichkeit, Informationen für mehr Menschen zugänglich zu machen.
Kontakt:
Für Rückfragen kontaktieren Sie gern willkommen@szenario-ausstellungsgestaltung.de.
Ryan Jenkins
Spielerisch-kreativ mit KI tüfteln
Wie sehen spaßige und erfinderische Möglichkeiten aus, mit KI-Tools zu basteln? Genau das erforschten die Teilnehmenden in diesem praktischen Workshop. Sie lernten prädiktive und generative KI-Konzepte kennen, indem sie einfache und gut verfügbare analoge und digitale Elemente wie Pappe, Wackelaugen, selbstgebaute Schalter, Scratch-Code und Makey-Makey-Boards verwendeten.
Nachdem eigene Prototypen gebaut und Ideen ausgetauscht worden waren, folgte eine Diskussion darüber, wie diese Elemente in verschiedenen Bildungsbereichen eingesetzt werden können. Ryan Jenkins berichtete von seinen Erfahrungen aus einer Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg, in deren Rahmen er ähnliche Workshops mit jungen Lernenden in Schulen, Bibliotheken und außerschulischen Einrichtungen durchgeführt hatte. Die Teilnehmenden gingen mit neuen Ideen und praktischen Tipps für den spielerischen und kreativen Umgang mit KI-Technologien nach Hause.
Interview: