Einen Streifzug durch mehrere Millionen Jahre Evolution bietet die neue Sonderausstellung der experimenta in Heilbronn: „Giganten – Riesen der Vergangenheit“ gibt einen Einblick in die Welt besonders großer Tiere, die nach den Dinosauriern auf der Erde lebten und kaum bekannt sind. Die Schau stammt vom Royal Belgian Institute of Natural Sciences und ist vom 18. Oktober 2026 bis 30. Mai 2027 erstmals in Deutschland zu sehen.
Tiere von spektakulären Ausmaßen, die einst die Erde bevölkerten oder die Meere durchstreiften, können ab 18. Oktober in der neuen Sonderausstellung „Giganten – Riesen der Vergangenheit“ in der experimenta bestaunt werden. Insgesamt elf imposante Giganten präsentieren sich auf 750 m² Ausstellungsfläche. Sechs von ihnen als lebensgroße 3D-Modelle, fünf in Form von Skeletten. Die Schau ist vom Royal Belgian Institute of Natural Sciences konzipiert worden und erzählt eindrucksvoll die Geschichte der Giganten, die nach den Dinosauriern auf der Erde lebten.
Vor 66 Millionen Jahren schlug ein Meteorit auf der Erde ein und führte zum Aussterben vieler Tierarten, darunter auch die Dinosaurier. Überlebende Tierarten fanden nun völlig neue Umweltbedingungen vor. Über Jahrmillionen hinweg entwickelten sie sich weiter, erschlossen neue Lebensräume – und einige erreichten gigantische Ausmaße. Elf Exemplare präsentiert die Sonderausstellung „Giganten – Riesen der Vergangenheit“: Darunter sind ein Paraceratherium, das mit einem geschätzten Lebendgewicht von bis zu 17t zu den mächtigsten Landsäugetieren aller Zeiten gehört, und der in den Ozeanen kreuzende Riesenhai Otodus Megalodon. Die Riesenschlange Titanoboa beeindruckt mit einer Länge von 15 Metern und der asiatische Affe Gigantopithecus blacki ist so groß wie drei Orang-Utans zusammen.
Auf Spurensuche durch die Ausstellung
Dank Skeletten und lebensgroßen 3D-Figuren kommen Besucherinnen und Besucher den Giganten ganz nahe und erfahren mehr über die Geheimnisse der Vergangenheit: Wie sahen die Giganten aus? Was fraßen sie und wie bewegten sie sich? Und warum verschwanden die riesigen Tiere wieder von der Erde?
Die Ausstellung animiert dazu, in die Rolle von Forscherinnen und Forschern zu schlüpfen und mehr über deren spannende Arbeit zu erfahren. Projektionen und Infotafeln in den Modellen verraten, wie Paläontologinnen und Paläontologen anhand von Knochen oder Fußspuren faszinierende Erkenntnisse über längst vergangene Zeiten gewinnen können. Besucherinnen und Besucher können zum Beispiel die Wirbel einer Riesenschlange oder die Backenzähne eines prähistorischen Nashorns untersuchen. Und an den Wirbelknochen eines Riesenzahnhais können sie ähnlich wie bei Bäumen Wachstumsringe entdecken, aus denen sich das Alter und die mutmaßliche Größe des Tieres rekonstruieren lässt.
„Giganten – Riesen der Vergangenheit“ bietet einen spannenden Blick in die Urzeit und sensibilisiert für die Giganten, die heute auf der Erde leben. So bleibt am Ende die Frage: Was können wir aus der Vergangenheit lernen, um große Tiere wie Elefanten oder Wale vor dem Aussterben zu bewahren?
Rahmenprogramm mit Vorträgen und Rätseltour
Die Sonderausstellung richtet sich an ein Publikum ab neun Jahren. Weitere Informationen gibt es unter:
Giganten | experimenta.
Begleitend zur Sonderausstellung bietet die „Robert Mayer Lecture“ spannende Vorträge. Am 20. Oktober um 19:30 spricht Dr. Patrick Arnold im Science Dome der experimenta zum Thema „Kann man Mammuts klonen? – Geheimnisse alter DNA“. Darin geht es um die Grundlagen der Paläogenetik und aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung. Der Evolutionsbiologe erklärt, wie Forscherinnen und Forscher anhand neuer Labormethoden die DNA prähistorischer Tiere extrahieren und so unterschiedlichste biologische Fragen beantworten können.
Schulklassen ab Stufe 6 können die Ausstellung interaktiv entdecken und folgen dabei der Frage, was Forschende über ausgestorbene Tiere herausfinden können. In Kleingruppen begeben sich die Jugendlichen auf Rätseltour: Welcher Gigant wiegt so viel wie 17 kleine Autos? Welcher ist so lang wie 10 Fahrräder hintereinander? Und warum gibt es diese riesigen Tiere nicht mehr? Für die richtige Antwort müssen sie genau hinschauen und geschickt kombinieren. Weiterhin basteln alle ein eigenes Faltspiel zum Mitnehmen und wer möchte, kann sein Gedächtnis beim Giganten-Memo testen. Termine in Begleitung geschulter Besucherbetreuerinnen und Betreuer sind an Schultagen im Zeitraum 19. Oktober 2026 bis 30. Mai 2027 buchbar.
